Gestern war ich noch etwas beunruhigt. Ich hatte den Goldwaschplatz vorher aufgesucht, da es heftige Gewitter in der Schweiz gegeben hatte. Glücklicherweise gab es kein Hochwasser, aber der Pegel war etwas erhöht und der Rhein war eine dunkelbraune Bühe. Am Goldwaschtag hatte sich die Lage etwas gebessert und so war ich beruhigt, denn ich hatte heute eine große Gruppe Goldsucher, die extra mit dem Bus aus dem Rhein-Neckar Gebiet angereist waren. Das Interesse am Goldwaschen konnte man sozusagen schon vorraussetzen, denn es handelte sich um die Mineralien - und Fossilienfreunde Rhein-Neckar.
Goldwaschen-am-Rhein.de
Freizeitspaß für Jung und alt !
Goldwaschen..
Bald wurde der "Claim" besetzt und mit viel Eifer und Freude wurde mit dem Goldwaschen begonnen.
Ich weiß nicht,ob es dem höheren Alter meiner Teilnehmer geschuldet war, auf jeden Fall waren viele dem Rat auf meiner Homepage gefolgt und hatten sich einen Campingstuhl mitgebracht. So hat man eine viel ruhigere Hand beim Auswaschen der Pfanne und schont außerdem den Rücken. Was ich bisher noch nie gesehen hatte: Ein Gast brachte es sogar fertig, im Stuhl sitzend mit der Bauschaufel zu schaufeln !
Das vorige Woche angekündigte "Highlight" hätte die Vorstellung der neuen Rinne sein sollen, welche an diesem Tag erstmals zum Einsatz kam und die ich künftig im Shop vertreiben werde.
Ich habe jedoch so viele interessante Gäste, daß deren Erzählungen nun der spannendste Teil meines Berichts sein werden.
Nur so viel: Ein Teilnehmer widmete sich fast den ganzen Tag der Rinne und wusch in jedem Durchgang 3 vorgesiebte Eimer durch. Rinne funktionierte tadellos, aber dazu werde ich noch einen ausführlichen Bericht schreiben. Das Auswaschen ergab je nach Stelle eine Menge zwischen 10 - 35 Flittern. Ein weiterer Teilnehmer erzählte mir, wie bei ihm das Interesse an Mineralien geweckt wurde. Er war als Soldat der Fremdenlegion in den Wüstengebirgen Tunesiens und Marokkos. in der Wüste waren Meteorite zu finden, welche sich deutlich vom Sand abhoben. Auch ein extrem seltener Fund wurde gemacht: Der zu Glas gewordene Sand, welcher nach einen Blitzeinschlag in der Wüste entsteht. Das "Goldwaschen" in der Wüste gestaltete sich recht einfach: bei den seltenen, aber heftigen Regenfällen musste man einfach nur das Wadi (trockenes Wüstenflußtal) durchwandern und die offen daliegenden kleinen Nuggets einsammeln. so wurde dann mit Mineralien und Gold der karge Sold aufgebessert. Ein weiteres Gespräch ergab sich mit einem Gast der eine eigene kleine Rinne mitgebracht hatte. Er ist von Beruf Edelmetallanalyst einer der größten, oder sogar DER größten Scheideanstalt Deutschlands. Manche Goldsucher behaupten ja, sie hätten im Rhein größere Mengen Rotgold sowie Platin entdeckt. Dieser Herr nun war zufälligerweise mit der Analyse von Goldfunden zwischen Kehl und Mannheim tätig. Das mit dem Rotgold wäre völliger Unsinn, aber Platinfunde im Rhein sind möglich. Und zwar in folgender Größenordnung: In 1 Tonne Rheingold können sich 800g Platin befinden. das heißt, bei einer maximal anzunehmenden Menge von 1g Gold pro Tonne Rheinkies müsste man 1000 Tonnen Kies durchwaschen um dieses ergebnis zu erzielen. Nehmen wir einmal an daß der fleißigste Goldwäscher am Tag vielleicht 250kg Durchsatz erzielen kann, dann wären das 0,0002g Platin. Das zu den Platinfunden....
Weiter konnte er mir berichten, daß er in dem Fluß Grümpen in Thüringen, nahe einer bekannten Goldwaschstelle in Bedrockspalten viel flüssiges Quecksilber gefunden hätte. Zum Teil stand es fingerbreit hoch in den Spalten. Ein giftiges und gefährliches Erbe unserer Goldsucher-Vorgänger noch aus dem Mittelalter bis hinein ins 18. Jahrhundert.
Bevor es dann an die Rückfahrt ging, trafen wir uns noch in Müllheim in einem Restaurant zum gemütlichen Ausklang des Tages. Dort überreichte ich noch dem Organisator der fröhlichen Truppe, Herrn Schilling, eine Goldwaschpfanne mit Bild und Widmung als Erinnerung an den Goldwaschtag in Istein.
Vielen Dank !