Goldwaschen in Kolumbien
































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Unser Aufenthalt im Departemente Caldas - Kolumbien
 
Am heutigen Morgen ging es mit dem Jeep zunächst an einen Fluss, der in der Umgebung gelegen ist umgeben von beeindruckenden Bergen. Der Weg war ziemlich holprig, der durch die heftigen nächtlichen Gewitter erschwert wurde. Direkt links und rechts des Weges standen vereinzelt bewohnte Häuser. In unmittelbarer Umgebung dieser kleinen Häuser verbargen sich zahlreiche kleiner Minen, die Umgeben von Viehweiden und der schönen hiesigen Vegetation waren. Alles war für ortsunkundige Personen vollkommen unscheinbar! Hier wurde bereits seit den frühen Morgenstunden gearbeitet. Zunächst besuchten wir einen direkt am Flusslauf arbeitenden Goldwäscher, der durch den heftigen Regen der vergangenen Nacht angeschwemmten Sand auf den künstlich angelegten Kiesbän ken durchsuchte. Nun ging es direkt weiter zu einer anderen in der Umgebung gelegenen Mine. Quer durch mannshohe Zuckerrohrfelder und über die dort gelegenen Viehweiden „arbeiteten“ wir uns bis zum Minengelände vor. Zu unserer Überraschung stellten wir fest, dass auf den Minengelände vorhandene Bambusverschläge den dort arbeitenden Minenarbeitern als Übernachtungsmöglichkeiten dienten. Wir wurden dort freundlich auf die kolumbianische Art in Empfang genommen und uns unsere gesamten Fragen beantwortet. In der Mine bot sich uns das bereits gewohnte Bild von den bereits schon in den vorherigen Tagen besichtigten Minen. Auch hier scheint die Zeit um gut 200 – 300 Jahre stillzustehen Die Arbeitsmethoden gleichen den Methoden zur Zeit des Steinkohlbergbaus im Ruhrgebiet. Nur wenige neue technische Errungenschaften gehörten zur Zeit der Moderne: Unter anderem gehört dazu die unbedingt erforderliche Pumpe, um das ständig vorhandene Grundwasser aus d en Schächten der Minen zu entfernen. Auch in dieser Mine wurde uns alsbald schon das soeben gewaschene Gold präsentiert: Eine handvoll in der Sonne glänzende goldgelber hochkarätiger Nuggets!
 
Zur Fortsetzung unseres Weges war nun die Überquerung des Flusses notwendig. Auch heute stimmt daher unsere Ausrüstung wieder: Die unverzichtbaren Gummistiefel waren immer dabei! Ging es am Fluss wieder durch die zahlreich vorhandenen mannshohen Zuckerrohrfelder, Ananas- und Bananenstauden weiter zu den nächsten Minen. Hier erkannten wir die unbedingt erforderliche Notwendigkeit des Einsatzes der modernen Technik – zumindest den Einsatz angemessener Pumpen! Den wir kamen an einem etwa 10 Meter in die Tiefe vorangetriebenen Schacht vorbei, der randvoll mit Grund- und Regenwasser war! Auf Grund der hier gegebenen Situation konnte in dieser Mine nicht gearbeitet werden und die Arbeiten mussten ruhen. In einer weiteren Mine, die in den Bergen gelegen war, bot sich das gleiche Bild für uns: Der etwa 5 Meter tiefe Schacht war bis zum Oberrand mit Wasser gefüllt! Leider konnte auch in dieser Mine aus den gegebenen Gründen nicht gearbeitet werden.
 
Heute hatten wir daher nicht besonders viel Glück in Bezug auf die von uns geplante Goldwäsche. Dennoch lag auf dem unwegsamen Weg ein typisches Symbol des Glücks, das von einem Pferd verloren wurde: Ein Hufeisen! Darum hatten wir die gute Hoffnung für den kommenden Tag mehr Erfolg haben zu können. Für heute traten wir in jedem Fall erst einmal den Rückweg an, da der auf diesem Streckenabschnitt verkehrende Jeep nur 3 Mal täglich hier vorbei kam. Genussvoll konnten wir auf dem Rückweg die beeindruckende Berglandschaft der kolumbianischen Anden bewundern und uns auf den nächsten Tag freuen.
 
 Das gefundene Hufeisen: Unser Symbol des Glücks für den weiteren Tag!
 
Durch einen ortskundigen Bekannten haben wir die weitere Möglichkeit erhalten, die in der Umgebung liegenden Minen zu besichtigen. Zunächst fuhren wir am heutigen Morgen mit dem Bus einige Minuten am Flusslauf entlang in Richtung der sehr beeindruckenden Berge.
 
Denn unser weiterer Weg führte uns heute durch die am Fluss gelegenen meterhohen Zuckerrohrfelder, die direkt am Fuß der Berge lagen. Auch heute gehörten zu unserer unverzichtbaren Ausrüstung wieder die Gummistiefel, da unser Weg uns durch sehr unwegsames Gelände führte. Erschwerend kam wieder hinzu, dass es in der vorausgegangenen Nacht wieder heftige Gewitter gegeben hatte. Der Weg war daher sehr schlammig und aufgeweicht.
 
Bereits nach einigen Gehminuten konnten wir die dort vorhandene erste Mine in Augenschein nehmen. Die Zeit schein hier wirklich stillzustehen, denn nahezu alle von uns in dieser Region vorhandenen Minen gleiche den Stollen im Ruhrgebiet, als dort vor etwa 300 Jahren mit der Kohleförderung b egonnen wurde. Der hier vorhandene Schacht hatte eine Tiefe von etwa 20 Meter. Die Absicherung gegen die vorhandene Einsturzgefahr erfolgte mit Bambusspreitzen. Ein Minenarbeiter wurde mit der Seilwinde in den Schacht herunter gelassen. Er hatte dafür zu sorgen, dass das Material im Schacht gelockert, in die dafür vorgesehenen Behältnisse abgefüllt und nach oben befördert wird. Ebenfalls musste er ständig darauf achten, dass das ständig nachlaufende Grundwasser aus dem Schacht abgepumpt wurde. Sodann wurde das Material aus dem Schacht mit der Seilwinde nach oben befördert und auf der „Rutsche“ vom ständig nachlaufenden Wasser von sämtlichen Steinen getrennt wurde und nur noch das feine Material übrig blieb. Nun kommt es darauf an: Mit Hilfe der Batea wurde das feinere Material sehr geschickt von einem weiteren Minenarbeiter herausgewaschen und schon nach wenigen Minuten konnten wir die in der „Reisschüssel“ vorhandenen ü brig gebliebenen in der Sonne glänzenden Goldnuggets bestaunen!
 
Nunmehr setzen wir unseren Weg am Fluss fort. Vor dort aus konnten wir weitere Goldwäscher beobachten, die hier ihrer Tätigkeit nachgingen. Nun erreichten wir unser heutiges Ziel: Ein größeres Minengelände, das in Flussufernähe lag. Auch hier wurden wir wieder freundlich von den einheimischen Arbeitern begrüßt. Die Suche nach dem sehr begehrten Metall erfolgte auf die gleiche Art und Weise. Die am Himmel scheinende Sonne meinte es wirklich gut mit uns an diesem Tag. Darum bin ich sehr froh gewesen, dass ich zur „Einarbeitung“ an meinem ersten Tag in der Mine am kühlen Nass an der „Holzrutsche“ erst einmal das Gestein des geförderten Materials von dem goldhaltigen feinen Material trennen durfte. Den geschulten Augen meines hier arbeitenden Bekannten entging selbstverständlich nicht, dass sich bereits nach wenigen Minuten die ersten Nuggets zeigten ! Ein wunderbares Gefühl weiter zu machen. Nun wurde ich von meinen Bekannten im Umgang mit der Batea eingewiesen. Zum Glück habe ich mir zuvor noch eine kleinere Batea besorgen können, denn mit den bestimmt doppelt so großen „Reisschüsseln“ der einheimischen Profis hätte ich in meinen ersten „Lehrstunden“ sicherlich nicht mithalten können. Dennoch bin ich als „Lehrling“ sehr stolz gewesen, dass ich schon bald den Umgang mit der Batea beherrschte und sich in dem feinen Sand einige im Sonnenlicht blinkende Goldnuggets vorfanden. Auch in der Batea meines Bekannten blitzte es und wir konnten einige kleinere größere und kleinere Nuggets in Augenschein nehmen.
 
Trotz der dortigen Tätigkeit in der Mine und der vorhandenen Hitze konnten wir immer wieder Momente der Entspannung finden, um die Aussicht auf das ringsherum gelegene sehr schöne Bergpanorama genießen. Es war ebenfalls ein Geschenk des Himmels, dass wir immer wieder zahlreiche größere und kleinere Schmetterlinge in sehr bunten Farben bewundern konnten, die an uns vorbei „flatterten“ und sich zum Teil zu uns gesellten für einige genussvolle Eindrücke, die man mit Sicherheit im Leben nie vergessen wird! Eine wirklich gern gesehen Abwechslung im Einklang mit der Natur! Der heutige Tag war ein wirklich sehr glücklicher Tag für uns, denn das am Vortag gefundene Hufeisen hatte uns in der Tat einige
Gramm an schönen und gut strukturierten Goldnuggets eingebracht. Auch versprach der auf dem Rückweg in den Bergen sichtbare Regenbogen einen erfolgversprechenden nächsten Tag!
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Ein Bericht von Markus Soja
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